Gelenkerhaltende Therapie

 
Gelenkerhaltende Therapie der Sprunggelenksarthrose durch Korrekturoperation

PatientInnen mit Arthrose im oberen Sprunggelenk sind im Durchschnitt 15 Jahre jünger als PatientInnen mit Knie- oder Hüftarthrose. In 70% der Fälle liegt eine Arthrose nach Sprunggelenksverletzung vor. Es liegt eine ausreichende Datenlage vor, dass das Vorliegen einer Fehlstellung an der distalen Tibia (sprunggelenksnahen Schienbein) zur Arthrose des Sprunggelenks führt.
 

Aus diesem Grund sollten Fehlstellungen am Sprunggelenk operativ korrigiert werden. Liegt bereits eine Arthrose am oberen Sprunggelenk vor, die einen Gelenkanteil betrifft, so kann eine Korrekturosteotomie (Knochenkorrektur) zu einer Entlastung des betroffenen Gelenkabschnitts führen. Das häufige ventrale Impingement wird bei ursächlicher Fehlstellung des Sprunggelenks nicht nachhaltig durch eine arthroskopische Osteophytenabtragung therapiert werden. Die Therapie einer osteochondralen Läsion am Talus wird nicht erfolgreich sein, wenn bei gleichzeitiger Fehlstellung die Druckverhältnisse im betroffenen Gelenkabschnitt nicht durch eine Korrekturosteotomie vermindert werden.

Ziele der Achsenkorrektur bei Knorpeldefekten:
 

  • Verlagerung der Belastung von arthrotisch veränderten Gelenkanteilen auf intakte Knorpelanteile

  • Wiederherstellung einer physiologischen Gelenkstellung

  • Vermeidung bzw. Herauszögern der Arthrodese oder Prothese

  • Stabilisierung der Sprunggelenksgabel

  • Schmerzreduktion

  • Funktionsverbesserung

 

Nachbehandlung:

Nach einer Umstellungsosteotomie am Sprunggelenk ist die Patientin/ der Patient sofort in einer Sprunggelenksorthese mobil. Es erfolgt eine sechswöchige Teilbelastung und anschließende stufenweise Belastungssteigerung bis zur Vollbelastung nach 10-12 Wochen.

Die supramalleoläre Umstellung als gelenkerhaltende Operation ermöglicht eine Verbesserung der Beweglichkeit, eine Reduktion des Belastungsschmerzes durch Entlastung der geschädigten Gelenkanteile und verhindert hierdurch eine schnell fortschreitende Arthrose des Sprunggelenks.


 

Beispiele:

Bild 1: Posttraumatische Varusfehlstellung mit kongruentem Gelenk

Bild 1: Posttraumatische Varusfehlstellung mit kongruentem Gelenk

Bild 2: Posttraumatische Varusfehlstellung mit inkongruentem Gelenk

Bild 2: Posttraumatische Varusfehlstellung mit inkongruentem Gelenk

Bild 3 und 4: Beispiele für unterschiedl. Ausmaß an Varusfehlsstellungen bei kongruentem Gelenk

Bild 3 und 4: Beispiele für unterschiedl. Ausmaß an Varusfehlsstellungen bei kongruentem Gelenk

Bild 3 und 4: Beispiele für unterschiedl. Ausmaß an Varusfehlsstellungen bei kongruentem Gelenk

Bild 5 und 6: Sprunggelenksfehlstellung in zwei Ebenen mit Arthrose und Impingement

Bild 5: Sprunggelenksfehlstellung in zwei Ebenen mit Arthrose und Impingement
Bild 6: Sprunggelenksfehlstellung in zwei Ebenen mit Arthrose und Impingement

Bild 6 und 7: Korrektur durch closed wedge Osteotomie mit Ausgleich des Lateralversatzes

Korrektur durch closed wedge Osteotomie mit Ausgleich des Lateralversatzes
Korrektur durch closed wedge Osteotomie mit Ausgleich des Lateralversatzes

Bild 8: Markieren der Tibiaachse und der Gelenkebene

Bild 8: Markieren der Tibiaachse und der Gelenkebene

Bild 9: Setzen der Kirschnerdrähte auf Höhe der geplanten Osteotomie

Bild 9: Setzen der Kirschnerdrähte auf Höhe der geplanten Osteotomie

Bild 10: Entnahme eines Knochenkeils zur Korrektur der Fehlstellung

Bild 10: Entnahme eines Knochenkeils zur Korrektur der Fehlstellung

Bild 11: Osteosynthese durch winkelstabile Platte

Bild 11: Osteosynthese durch winkelstabile Platte

Bild 12 und 13: Patientin mit Belastungsschmerzen, Einschränkung der Dorsalextension im Seitenvergleich um 10° und Außenbandinstabilität. Zustand nach mehrfacher, erfolgloser arthroskopischer Dekompression bei bereits ventralem Knorpelschaden und Außenbandplastik nach Broström.

Patientin mit Belastungsschmerzen
Patientin mit Belastungsschmerzen

Bild 14: Nach Umstellungsosteotomie am Fersenbein und am Sprunggelenk zeigte sich eine seitengleiche Beweglichkeit und Beschwerdefreiheit.

Bild 14: Nach Umstellungsosteotomie am Fersenbein und am Sprunggelenk zeigte sich eine seitengleiche Beweglichkeit und Beschwerdefreiheit.